Wie geht es unserer Demokratie? Wo erleben wir Vertrauen, wo erleben wir Zweifel? Und was können wir selbst tun, damit Demokratie lebendig bleibt?
Am 12. November wurde das Piazza Vellmar zum Treffpunkt für alle, die sich tagtäglich für ein respektvolles Miteinander einsetzen – und dabei oft selbst an ihre Grenzen stoßen. 46 Teilnehmer*innen kamen zur diesjährigen Demokratiekonferenz, um über ein äußerst aktuelles Thema zu sprechen: Demokratieskepsis.
Schon in den ersten Minuten war spürbar: Die Menschen brennen für dieses Thema. Die Gruppe war bunt gemischt – verschiedene Altersklassen, berufliche Hintergründe und Perspektiven – doch eines hatten alle gemeinsam: den Wunsch, wirklich ins Gespräch zu kommen. Die Diskussionen entwickelten schnell eine bemerkenswerte Tiefe.
Besonders eindrücklich war der Vortrag von Dr. Katharina Leimbach, die nicht bei Statistiken stehen blieb. Stattdessen nahm sie das Publikum mit auf eine Reise in die soziologischen Hintergründe von Demokratieskepsis. Unter dem Titel „Demokratieskepsis und soziale Ungleichheit aus emotions-soziologischer Perspektive“ zeigte sie, wie sehr Gefühle, Lebenserfahrungen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen, wie Menschen auf Demokratie blicken.
Skepsis bedeutet nicht Ablehnung. Oft hat sie ihren Ursprung in Erfahrungen von Ungleichheit, Überforderung oder dem Eindruck, dass die eigene Stimme ohnehin nichts bewirkt. Doch genau in diesem Zweifeln steckt auch eine Chance – denn wer zweifelt, denkt nach. Und wer hadert, will verstehen.
Im Rahmen der Demokratiekonferenz suchten die Teilnehmenden nach Wegen, mit Demokratieskepsis konstruktiv umzugehen. Dabei wurde deutlich, dass es keine Patentlösungen gibt. Aber es entstanden viele Ansätze und eine wiederkehrende Erkenntnis: Es braucht Zeit. Es braucht Dialog. Und es braucht offene Räume.
Als Partnerschaft für Demokratie ist es unsere Aufgabe, Menschen, Initiativen und Einrichtungen dabei zu unterstützen, sich für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander stark zu machen. Wir fördern Projekte, vernetzen Akteur*innen und schaffen Räume, in denen Begegnung und Austausch möglich sind. Ein solcher Raum war auch die Demokratiekonferenz in Vellmar.

Fotos: Anni Ahmadi, Oliver Sollbach
