Wie überzeugt man als junger Mensch einen Politiker von seinen Ideen?
Dies war eine zentrale Frage unseres Jugendtages am 13. März in Wolfhagen und am Ende war klar: Mit guten Argumenten, Mut zur eigenen Meinung, Engagement und einer ordentlichen Portion Teamgeist lässt sich eine Menge bewegen.
Rund 25 Jugendliche aus der ganzen Region kamen zusammen, darunter Teilnehmende aus Bad Emstal, Espenau, Fuldatal, Habichtswald und Wolfhagen. Begleitet wurden sie von Jugendpfleger*innen sowie gleich fünf Bürgermeistern: Marcus Dittrich aus Bad Karlshafen, Lars Obermann aus Immenhausen, Arnim Roß aus Kaufungen, Daniel Rudenko aus Bad Emstal und Andreas Schönemann aus Helsa. Begrüßt wurden die Jugendlichen außerdem von Wolfhagens Bürgermeister Dirk Scharrer und Schulleiter Arno Scheinost. Dave Zabel hat als Moderator mit seiner energiegeladenen Art begeistert.
Schon zu Beginn wurde deutlich, worum es an diesem Tag ging: Junge Stimmen ernst nehmen, Beteiligung möglich machen und gemeinsam herausfinden, wie gute Ideen vor Ort Wirklichkeit werden können. So haben die Jugendlichen in Kleingruppen die eingereichten Projekte für das Regionalbudget bewertet.
Den ersten Platz mit der Maximalpunktzahl von 18 Punkten erreichte die geplante Umgestaltung des Jugendraums in Wolfhagen zu einem Jugendbistro. Mit Theke, neuen Möbeln, ansprechender Beleuchtung und frischen Spielangeboten soll dort ein Ort entstehen, der die Attraktivität des Jugendraums auf ein ganz neues Level hebt. Auf Platz zwei mit 17 Punkten landete ein Projekt der Jugendarbeit Habichtswald. Durch einen einfachen baulichen Eingriff, nämlich einen Durchbruch und eine barrierefreie Tür, sollen bisher getrennte Jugendräume miteinander verbunden und künftig besser genutzt werden können. Platz drei belegte mit 15 Punkten der Verein Wundertüte e.V. aus Bad Emstal mit Zubehör für die Fun-Sportart Bubblesoccer.
Im Anschluss wurde es praktisch, kreativ und auch ein bisschen herausfordernd. In den Workshops konnten die Jugendlichen ausprobieren, was Beteiligung ganz konkret bedeutet.
Besonders eindrucksvoll war das Argumentationstraining mit den Bürgermeistern als Sparringspartnern. Wie überzeugt man einen höflichen Verweigerer davon, den Jugendraum zu renovieren? Wie begegnet man einem Image Politiker, wenn man ein Musikfestival im Ort organisieren will? Bürgermeister Arnim Roß schlüpfte in verschiedene Rollen und die Jugendlichen mussten ihn mit ihren Ideen und Argumenten überzeugen. Die anderen Bürgermeister beobachteten die Gespräche aufmerksam und gaben im Anschluss hilfreiche Tipps. Lars Obermann brachte es dabei auf den Punkt: „Wir Bürgermeister sind auch nur Menschen und ihr seid genauso viel wert wie wir und deswegen ist eure Meinung auch genauso wichtig wie unsere.“
Im zweiten Workshop stand kooperatives Gaming auf dem Programm. Beim Spiel „Don’t stop talking and nobody explodes“ musste eine Bombe entschärft werden – doch wie soll das funktionieren, wenn nur eine Person die Bombe sehen kann und die anderen Gruppenmitglieder das dazugehörige Handbuch haben? Das fesselnde Spiel hat nicht nur großen Spaß gemacht, sondern war auch ein intensives Training für Kommunikation und Zusammenarbeit.
Über den ganzen Tag hinweg zeigte sich, wie engagiert, diskussionsfreudig und offen die jungen Menschen waren. Es wurde argumentiert, abgewogen, gelacht und immer wieder deutlich gemacht, dass Jugendbeteiligung keine leere Formel sein darf, sondern echte Mitgestaltung braucht. Die Workshops vermittelten dabei nicht nur Impulse für den Tag selbst, sondern kommunikative Fähigkeiten, die weit darüber hinaus wichtig sind und im Leben immer wieder gebraucht werden.
Zum Abschluss wurde gemeinsam Pizza gegessen, gechillt und Erinnerungskarten gebastelt. So endete ein Tag, der nicht nur Spaß gemacht hat, sondern auch gezeigt hat, was möglich ist, wenn junge Menschen Raum bekommen, ihre Ideen einzubringen.
Unser Fazit: Der Jugendtag war ein voller Erfolg. Er hat gezeigt, wie viel Energie, Kreativität und politische Gestaltungskraft in jungen Menschen aus unserer Region steckt.
