Wie gelingt es, junge Menschen für das Leben und Arbeiten auf dem Land zu begeistern? Und was braucht es, damit sie bleiben, zurückkehren oder ihre Zukunft bewusst in ländlichen Regionen gestalten?
Mit diesen Fragen im Gepäck kamen Studierende der Technischen Universität Dresden aus den Studiengängen Geographie, Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement sowie Geodäsie für mehrere Tage nach Bad Karlshafen und in die umliegende Region.
Als LEADER-Region im Dreiländereck Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen waren wir gemeinsam mit vier weiteren LEADER-Regionen sowie der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V. Teil des Programms. Die Exkursion bot die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Perspektiven auszutauschen und neue Ideen für die Zukunft ländlicher Räume zu entwickeln.
Besonders gefreut hat uns, den Studierenden unser neues Netzwerk vorstellen zu können. Seit mehr als einem Jahr arbeiten die beteiligten LEADER-Regionen eng zusammen. Obwohl die Ausgangsbedingungen unterschiedlich sind, verbindet uns ein gemeinsames Ziel: jungen Menschen echte Bleibeperspektiven zu eröffnen und sie als Mitgestalter*innen einer lebendigen Region zu gewinnen.
Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie regionale Wirtschaft, Fachkräftesicherung und Lebensqualität. Denn junge Menschen gründen Unternehmen, absolvieren Ausbildungen und Studiengänge, entwickeln neue Ideen und bringen frischen Schwung in ihre Heimatregionen. Sie sind die Zukunft des ländlichen Raums und gestalten ihn schon heute aktiv mit.
Für beide Seiten war der Austausch ein Gewinn. Die Studierenden erhielten Einblicke in die Arbeit von LEADER, lernten spannende Projekte kennen und erfuhren aus erster Hand, welche Herausforderungen und Chancen ländliche Regionen bewegen. Gleichzeitig interessierte uns ihr Blick auf die Region: Was macht einen Ort für junge Menschen attraktiv? Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung zu bleiben oder wegzugehen? Und welche Rolle spielen Gemeinschaft, berufliche Perspektiven und Lebensqualität?
In zahlreichen Gesprächen wurde deutlich: Wer junge Menschen halten möchte, muss ihnen nicht nur Arbeitsplätze bieten, sondern auch Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen, Ideen einzubringen und ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. Dort, wo Beteiligung gelingt, entstehen Identifikation, Verbundenheit und Zukunftsperspektiven.
Für unser junges Netzwerk war das Treffen ein weiterer wichtiger Meilenstein. Im Herbst geht der Austausch in die nächste Runde: Dann sind wir an der HAWK zu Gast und wollen gemeinsam mit Lehrenden, Forschenden, Studierenden und Alumni der Hochschulen aus Kassel, Göttingen und weiteren Standorten der Frage nachgehen, welche Ideen, Projekte und Forschungsvorhaben bereits heute dazu beitragen, Bleibeperspektiven für junge Menschen im ländlichen Raum zu schaffen.

