1.645 Unterschriften aus ganz Hessen senden ein klares Signal an Europa: Das Erfolgsmodell LEADER und starke Lokale Aktionsgruppen müssen erhalten bleiben
Wenn Dörfer Zukunft haben sollen, braucht es LEADER. Seit mehr als 30 Jahren sorgt das europäische Förderprogramm dafür, dass Menschen ihre Regionen selbst gestalten können. Nun steht dieses Erfolgsmodell vor entscheidenden Weichenstellungen und Hessen sendet ein unüberhörbares Signal nach Europa.
Ob neue Arbeitsplätze, starke Unternehmen, lebendige Ortskerne oder Projekte, die ohne Ehrenamt niemals entstanden wären: Kaum ein Förderinstrument hat die Entwicklung ländlicher Regionen in den vergangenen drei Jahrzehnten so nachhaltig geprägt wie LEADER. Der Erfolg basiert dabei auf einem einfachen Prinzip: Nicht Ministerien entscheiden über die Zukunft vor Ort, sondern die Menschen in den Regionen selbst. Die Lokalen Aktionsgruppen bringen Kommunen, Wirtschaft, Vereine und Bürgerschaft an einen Tisch und entwickeln gemeinsam Lösungen, die zu ihrer Heimat passen.
Genau dieses Erfolgsmodell steht mit Blick auf die europäische Förderperiode ab 2028 vor richtungsweisenden Entscheidungen. Deshalb haben die hessischen LEADER-Regionen jetzt ein deutliches Zeichen gesetzt.
Gemeinsam übergaben sie dem Europaabgeordneten Martin Häusling ihr Positionspapier „Rückblick, Aufbruch, Zukunft: Die hessischen LEADER Regionen zur Förderperiode ab 2028“. Im Gepäck hatten sie nicht nur ihre Forderungen, sondern auch 1.645 Unterschriften, die innerhalb von nur drei Wochen gesammelt wurden. Bemerkenswert: Die Sammlung fiel mitten in die Sommerferien und fand dennoch breite Unterstützung. Allein 161 Bürgermeister*innen, Erste Stadträte und Beigeordnete aus ganz Hessen stehen hinter dem Papier. Hinzu kommen Landrät*innen, Vereine, Unternehmen, Handwerksbetriebe, Akteur*innen aus Tourismus und Landwirtschaft sowie zahlreiche Lokale Aktionsgruppen.
Die Übergabe fand auf dem Kellerwaldhof in Bad Zwesten statt. Für die Hessischen Regionalforen nahmen die Vorsitzende Dr. Stefanie Koch, die stellvertretende Vorsitzende Anne Aßmus sowie Annegret Franz, Christian Vieth und Mercedes Bindhardt teil.
Dass LEADER wirkt, zeigen die Zahlen eindrucksvoll. Zwischen 2023 und 2025 wurden in den hessischen LEADER Regionen 176 Unternehmen gefördert. Gleichzeitig konnten über das Regionalbudget mehr als 1.000 Projekte umgesetzt werden. Sie stärken das Ehrenamt, fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erhöhen die Lebensqualität in Städten und Dörfern.
„LEADER ist seit mehr als 30 Jahren ein erfolgreiches Instrument der ländlichen Entwicklung in Hessen. Unsere Bilanz zeigt eindrucksvoll, dass die Förderung Unternehmen stärkt, Arbeitsplätze schafft und sichert sowie das Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort fördert. Die große Unterstützung für unser Positionspapier macht deutlich, dass die Menschen in den Regionen diesen erfolgreichen Weg auch nach 2028 fortsetzen wollen“, betonte Dr. Stefanie Koch, Vorsitzende der Hessischen Regionalforen.
Auch Martin Häusling hob die wirtschaftliche Bedeutung hervor: „Mehr als 1.200 erhaltene oder neu geschaffene Arbeitsplätze zeigen eindrucksvoll, welchen Mehrwert LEADER für die ländlichen Räume schafft.“
Im Zentrum des Positionspapiers stehen klare Forderungen an Europäische Union, Bund und Land Hessen. Die hessischen LEADER Regionen sprechen sich für eine verlässliche Finanzierung, den Erhalt der unabhängigen Regionalmanagements und eine starke Rolle der Lokalen Aktionsgruppen aus. Denn genau sie sorgen dafür, dass Fördermittel dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen für die Region entfalten.
Martin Häusling unterstrich die Notwendigkeit einer ausreichenden finanziellen Ausstattung: „Mindestens fünf Prozent der Mittel müssen verbindlich für LEADER reserviert werden. Unser Ziel sind zehn Prozent, damit erfolgreiche Projekte auch künftig entstehen und die ländlichen Räume Planungssicherheit erhalten.“
Klar ist: Wer starke ländliche Räume will, muss auf LEADER setzen und den Regionen auch künftig die Möglichkeit geben, ihre Zukunft selbst zu gestalten.
