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Regionalkonferenz informiert über anstehende Beteiligungsprozesse für Bürger*innen

LEADER – was ist das eigentlich und wie kann der dahinterliegende Förderansatz der Region Kassel-Land zugutekommen? An zwei aufeinanderfolgenden Abenden wurden interessierte Bürger*innen und Akteure aus der Region Kassel-Land innerhalb von virtuellen Regionalkonferenzen über die LEADER-Methode und die damit zusammenhängenden Fördermöglichkeiten informiert. Durch die eineinhalbstündige Veranstaltung führte die atene KOM GmbH als Projektpartnerin von Region Kassel-Land e.V.

Die LEADER-Methode und das Förderprogramm beruhen auf partnerschaftlichen und partizipativen Ansätzen. Das heißt, Bürger*innen, Institutionen sowie weitere Interessensgruppen können verschiedene Entwicklungen in ihrer Heimatregion selbst gestalten. Drei Projektträger aus der Region, die diese Chance in der letzten Förderperiode bereits genutzt haben, waren zu Gast und berichteten den Teilnehmenden von ihren Projekten und Erfahrungen.

Wie sieht Regionalförderung in der Praxis aus? Drei Sprecher berichten von ihren Projekten

Richard Betz hat mithilfe von LEADER in seiner Zimmerei einen Besprechungs- und Aufenthaltsraum umgesetzt, der ebenfalls als Treffpunkt für die Einwohner*innen in seinem Wohnort genutzt werden kann. Zudem hat er das „Bullerbü-Projekt“ ins Leben gerufen, ein Vorhaben für gemeinschaftliches Leben auf dem Dorf: Dort leben verschiedene Menschen selbstständig und doch gemeinsam. In der neuen LEADER-Förderperiode soll es erstmals möglich sein, die Entwicklung von bedarfsgerechten Wohnkonzepten wie diesem zu fördern. Herr Betz betont, dass viele Menschen fürchten, sie könnten auf dem Land einsam sein. Mehrgenerationenwohnen wie in „Bullerbü“ steigert die Qualität des ländlichen Raumes und könnte mit ihrem Angebot, Gemeinschaft mit individuellem Lebensstil zu kombinieren, eine Zukunftsvision für ein neues Landleben sein.

Reinhard Schneider, Leiter der Musikschule Söhre-Kaufunger Wald, schaffte ebenfalls Raum für Neues: Mit einem LEADER-Antrag hat er 2017 das Gebäude der Musikschule um einen Ensembleraum erweitert. Gerade für die finanzielle Ausstattung der Kultur sei es wichtig, dass Geld in die Hand genommen und diese Einrichtungen unterstützt werden, so sein Wunsch.

Das Projekt von Patrick Bubenheim, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Bad Emstal, richtet sich an die Jüngsten. Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken gründete er mithilfe des Regionalbudgets im Jahr 2020 eine Kinderfeuerwehr, die auf solch große Begeisterung stieß, dass es mittlerweile eine Warteliste gibt. Bereits im Alter von 6 Jahren können die Kinder eintreten und lernen spielerisch die vielfältigen Bereiche der Feuerwehr kennen.

Bürger*innen stehen zukünftigen Entwicklungen in der Region positiv gegenüber

„Zukunft ist immer“, so lautete derImpulsvortrag, der einige der globalen Megatrends aufzeigte. Auch ländliche Regionen wie die Region Kassel-Land werden davon in den nächsten Jahrzehnten geprägt werden und können von den Dynamiken, die sich daraus ergeben, profitieren. Die Zukunft der Mobilität oder neue Arbeitsstrukturen durch „New Work“, die den Arbeitnehmenden digitaler und unabhängiger vom Standort machen, standen im Fokus. Strukturen des ländlichen Raums können für die Bewohner*innen und Menschen, die sich für das Landleben interessieren, attraktiver und lebenswerter werden.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen, welche Auswirkungen zukünftige Trends auf die Region und ihr persönliches Leben haben könnten. Auch junge Teilnehmer*innen brachten sich ein. Ein großes Thema, das in vielen Punkten an andere Fragestellungen anknüpft, ist die Digitalisierung. Die Beteiligten wünschten sich unter anderem digitale Anwendungen als Bezahlmöglichkeiten auf Märkten oder Festen und die Errichtung von Coworking-Spaces in Gemeinschaftseinrichtungen, die gleichzeitig als Ideenschmiden genutzt werden könnten. Im Bereich Tourismus wurde vor allem der Bezug zur Wirtschaft thematisiert und wie diese wechselseitig voneinander profitieren können. Es kam der Wunsch auf, neue Konzepte und Ideen zu fördern, etwa kleine Manufakturen mit hochwertigen (regionalen) Produkten, fernab vom Mainstream.Vernetzung spielt eine übergeordnete Rolle: Einerseits geht es um Mobilität, etwa den Nahverkehr, Radinfrastruktur und Sharing-Modelle, andererseits erstreckt sich der Wunsch nach Anbindung auf die Schaffung öffentlicher Räume der Begegnung, die den Austausch und die Gemeinschaft stärken. Sich für die Region zu engagieren, Impulse setzen und das Gemeinschafts- und Vereinsleben in ländlichen Regionen voranbringen – das befürworteten die Teilnehmenden. Die Beiträge aus dem Publikum werden nun in die weiteren Beteiligungsformate eingebracht.

Beteiligungsmöglichkeiten an der LEADER-Gestaltung und Projektauswahl im März und April

Mit dem Satz „Mischen Sie sich ein und nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten“, verabschiedete Werner Lange, Vorsitzender der Steuerungsgruppe für die Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie, die Teilnehmenden. Der Beteiligungsprozess geht weiter und bietet im März mehrere Formate zur aktiven Teilnahme für die Bürger*innen der Region Kassel-Land: Dazu gehören die Klausurtagungen für die vier Handlungsfelder Daseinsvorsorge, Naherholung und Tourismus, Regionale Wirtschaft und Bioökonomie vom 08.-11. März sowie die Zukunftswerkstatt Jugend am 19. März. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins Region Kassel-Land unter www.les-rkl.de

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von | 14.02.2022

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