„Wir wollen keinen Schnickschnack verkaufen. Uns geht es darum, fairen und guten Bio-Kaffee in der Region anzubieten.“
– Georg Ruhm, Geschäftsführer von Röstrausch

Bereits von der Straße aus kann man in Gudensberg den Duft wahrnehmen: Georg Ruhm und sein Team sind fleißig am Arbeiten. Hier werden verschiedenste Kaffeesorten geröstet und verpackt. Kaffee vertreibt Ruhm bisher vor allem hier in der Region. Dabei übernimmt „das Saftmobil“, sein Partnerbetrieb, die Logistik und versorgt die Region neben dem Kaffee mit eignen Säften und einem besonderen Getränkeangebot. Für dieses Jahr ist aber auch die Eröffnung eines Onlineshops geplant.

Ruhm, eigentlich gelernter Agraringenieur, ist mit Herz und Seele dabei – er ist absoluter Kaffee-Spezialist. Ihm sind dabei besonders die faireren Bedingungen für die Bauern wichtig: „Ich habe keinen Rohkaffee eingekauft, der nicht aus fairem Handel kam.“, betont er bei einem gemeinsamen Kaffee in der Rösterei. Auch Bio-Label und sorgfältige Handarbeit sind hier Standard.

Der Kaffeeanbau verlange sehr viel Know-How, so Ruhm und sei ein hartes Stück Arbeit. Aber nur eine sehr gute Qualität der Rohbohnen ermöglicht es auch einen guten Kaffee zu rösten. Auch dies ist ein Grund dafür, dass die Anbauer*innen möglichst gut entlohnt werden müssen und zu fairen Bedingungen arbeiten können. Gemessen an deutschen Standards, seien die Löhne immer noch viel zu gering.

Die (Geschäfts-)Philosophie Ruhms ist modern und pragmatisch: Kaffee soll hierbei kein Lifestyle Produkt sein, es gehe ihm nicht um besonders viel Schnickschnack. Hier gehe es einfach nur um guten Kaffee und darum, das Beste aus der Bohne herauszuholen. Und das ist eine Wissenschaft für sich: Jeder Rohkaffee und auch jede Ernte ist individuell, hat unterschiedliche Anforderungen an die Röstung und Bedarf viel Erfahrung und Können, um das geschmacklich Potential herauszuarbeiten. „Kaffee hat eine sehr komplexe chemische Zusammensetzung und diese wird durch die Röstung auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst“, erklärt Ruhm. Für Kaffee-Interessierte bietet er daher, wenn die Zeit es zulässt, auch Röstveranstaltungen an, bei dem er alles über die beliebte Bohne erklärt.

Ruhm betont: „Mir geht es darum ein Gefühl für den Geschmack seiner KundInnen in der Region zu entwickeln.“. Daher bietet er auch viele Sorten an, die sich an einem eher ‚klassischen‘ Kaffeegeschmack orientieren. Aber sein Sortiment umfasst auch Kaffees, die fruchtiger und exotischer daherkommen und sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Dabei werden durch die langsame und schonende Röstung nicht nur die Aromen besser herausgearbeitet, sie ist auch magenfreundlicher, weil Stoffe, die den Magen reizen können, besser abgebaut werden.

Röstrausch hat sich seit der Gründung 2010 ein starkes Netzwerk aufgebaut und einen sicheren Vertrieb. Die LEADER-Förderung vor über 10 Jahren hat das Unternehmen dabei unterstützt und die horrenden Kosten der Röstmaschinen abfedern können. Heute geht es Ruhm nicht mehr so sehr um stetes Wachstum. Er ist schon zufrieden dort, wo er angekommen ist. Anderen Projektträger*innen rät er: „Eine große Leidenschaft für das, was man aufbauen will, ist wichtig, denn sie gibt einem die nötige Kraft. Und man darf bei seinem Weg die Geduld nicht verlieren und muss auch bei Rückschlägen weiter an sich glauben. Und last but not least: You never walk alone… Man braucht ein tolles Netzwerk!“

Wir freuen uns über den hochwertigen Kaffee in unserer Region, der mit viel Erfahrung, Sorgfalt und in Handarbeit gemacht wird. Mehr zu Röstrausch und der (Geschäfts-)Philosophie gibt es hier.

von | 15.06.2023

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